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Obstbäume veredeln

Das Veredeln ist eine traditionelle, sehr alte Technik, um verholzende Pflanzen wie z.B. Rosen und Obstsorten, künstlich vegetativ zu vermehren.

Kategorie: Obst

Beschreibung

Bereits den Phöniziern (ca. 1000 v. Chr.) waren Veredelungsmethoden bekannt. Die vegetative Vermehrung ist eine ungeschlechtliche Vermehrung, bei der das Erbgut der Pflanze unverändert bleibt. Dadurch können fast alle Obstsorten in ihrer Sortenechtheit erhalten werden. Eine Veredelung hemmt das Wachstum des Baumes und regt gleichzeitig die Fruchtbildung an.

Mit Geduld und etwas gärtnerischem Geschick ist das Veredeln von Obstbäumen auch für Hobbygärtner möglich. Sollte ein Obstbaum trotz guter Pflege im Wachstum stagnieren, krankheitsanfällig sein oder zu kleine Früchte tragen, kann er mit einer ausgewählten Sorte veredelt werden. Interessant und spannend ist z.B. die Entwicklung eines Apfelbaumes, der gleichzeitig mit mehreren verschiedenen Apfelsorten veredelt wurde. In diesem Fall blüht der Baum ev. zeitversetzt und trägt im Herbst verschieden farbige Früchte.

Beim Veredeln wird eine Unterlage (z.B. Wurzelstock) mit einem Edelreis (Teil eines Zweiges) oder einem Edelauge (Knospe) verbunden. Damit Unterlage und Edelreis problemlos zusammenwachsen, sollten beide möglichst nah miteinander „verwandt“ sein. Die Fruchtgröße und die Baumgröße werden vom Wurzelstock (Unterlage) bestimmt. Wächst dieser kräftig und stark, entwickeln sich große Bäume. Bei verhaltenem Wuchs bleiben die Bäume eher klein. Wichtig ist, nur Edelreis zu verwenden, das frei von Viren, Mehltau und Krankheiten ist. Die Unterlagen dürfen nicht verwelkt, sondern müssen frisch und kräftig sein.

Es gibt verschiedenen Veredlungsmethoden, die je nach Jahreszeit und Obstart angewendet werden. Im Februar und März, wenn sich Unterlage und Edelreis noch in absoluter Saftruhe befinden und gleich stark sind, wird die Kopulation angewendet. Die Okulation auch „Augenveredlung“ genannt, findet im Sommer in den Monaten Juli und August statt. Etwas schwierig ist das Geißfußpfropfen. Der Keilschnitt in der Unterlage und das Schneiden des Edelreis erfordern einiges an Übung. Diese Methode wird häufig bei der Veredelung von Kirschbäumen angewendet. Für den Hobbygärtner ist das Rindenpfropfen interessant. Diese Veredelungsmethode ist relativ einfach und garantiert eine sehr hohe Anwachsrate. Das Rindenpfropfen wird Ende April bis Mitte Mai durchgeführt. Damit die Unterlage und das Edelreis optimal anwachsen, werden die Veredelungsstellen mit Bast verbunden und/oder mit Bienenwachs bestrichen und auf diese Weise gut abgedichtet. Nach dem Anwachsen wird der Bast wieder entfernt.

Edelreiser sollten zwischen Dezember und Januar geschnitten werden. Damit der Schnitt glatt und sauber ausgeführt werden kann, ist unbedingt auf scharfes Veredelungswerkzeug (Messer, Säge, Schere) zu achten. Edelreiser dürfen weder austreiben noch austrocknen und müssen bis zum Frühjahr kühl gelagert werden.

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Dieser Gartentipp stammt von:
Erstellt am: 28.5.2009

Bewertung:

Ø 4,20

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Anwendungsmonat

Januar, Juli, August, Dezember

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